Wohnen nach dem Krieg

Nachdem sich der Kampfesqualm gelegt hat, steht die Bevölkerung Aachens am 21. Oktober 1944 vor dem Nichts. Aachens historische Altstadt und auch die Wohnquartiere sind zu großen Teilen zerstört.
In den letzten Tagen des Oktobers 1944 verlassen die Aachener die großen Bunkeranlagen und schwören sich, nie mehr dorthin zurückzukehren.
Mangels Wohnraum in der zerstörten Stadt kehren sie im Januar 1945 doch wieder in die notdürftig wiederhergestellten Bunkeranlagen zurück. Zunächst in großen, offenen Sälen auf Strohsäcken schlafend, oft ohne Decken. Ohne elektrischen Strom, ohne fließendes Wasser richten die Aachener Familien sich ein. Gemeinsam, einer dem anderen helfend.
Mit der Kapitulation im Mai 1945 waren die Bunker in Aachen wieder voller Menschen. Sie hatten aus den Trümmern ihre Habseligkeiten mitgebracht.

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Die Stadtbücherei und das Couven-Museum haben ihren Bestand in den Keller des Bunkers verlegt. Die Verwaltung ließ Strom und Wasser anschliessen. Im Erdgeschoss gab es einen Aufenthaltsraum - eine "Wärmehalle" für die Obdachlosen. Es kamen jetzt auch Kriegsheimkehrer in den Bunker. Sie durften allerdings dort nur nächtigen.
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Die britische Militärverwaltung fragte bei der Stadtverwaltung an, wann die Bunker geräumt werden sollen. 1951 verzeichnete das offizielle Adressbuch noch einige hundert Dauerbewohner in den als Notunterkünften bedachten Bunkern. Die Krankenpflegerin Maria Meves hoffte die Wohnung der verstorbenen Mitbewohnerin übernehmen zu können.
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